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17.11.2017 : 20:37

Gemeinde

Aus der Geschichte der Marktgemeinde Weitensfeld im Gurktal


Markt Weitensfeld
Markt Weitensfeld

In alter Zeit war das Gebiet der Marktgemeinde Weitensfeld im Gurktal von dichten Wäldern bedeckt und es wurde deshalb auch nicht besiedelt. Es diente hauptsächlich als Rückzugsgebiet für die Kelten, als das Land von den Römern besetzt wurde. Die Römer legten durch das Tal der Gurk eine Verbindungsstraße nach Salzburg an. In Altenmarkt errichteten sie die Posthaltestelle Beliandrum. Im 9. Jahrhundert wurden die Randgebiete der Wimitzer Berge und des Mödringberges besiedelt. Erst mit der Zuwanderung der Slawen haben sich die Bevölkerungs- und Kulturverhältnisse verändert. Die Bayer, welche hauptsächlich Waldgebiete besiedelten, schoben sich dazwischen. So wurde von Ihnen der Zammelsberg, der damals Zumoltiberg genannt wurde, um 1050 bis 1065 besiedelt. Um 1150 werden auch Huben in Dolz und Dalling genannt. Von Neubrüchen in Weitensfeld wird 1177 berichtet. Eine Besiedlung größeren Ausmaßes dürfte mit Ende des 13. Jahrhunderts gegeben sein.

Weitensfeld wird 1131 erstmals urkundlich erwähnt. 1192 kam der steirische Besitz Weitensfeld an die Babenberger, die diesen 1202 dem Domstift Gurk schenkten. 1203 wird Weitensfeld Markt und erhält demnach eine Marktfryung. Nachdem Weitensfeld ein Kärntner Markt geworden war, bestätigte 1211 Herzog Bernhard von Spanheim die Marktprivilegien. Die Marktgemeinde Weitensfeld erhielt am 4. Oktober 1629 von Kaiser Ferdinand II. folgendes Wappen verliehen:

"Einen roten Schild, darinnen ein Hirsch im grünen Felde zwischen vier Weidenbaimb gegen die rechte Seite zum Sprunge geschicket." Die Marktgemeinde Weitensfeld im Gurktal führt die älteste noch erhaltene Gemeindefahne Kärntens - sie stammt aus der Barockzeit und ist über 200 Jahre alt.

 

Weitensfeld erlebte seinen größten wirtschaftlichen Aufschwung zur Zeit, als das illyrische Königreich bis an die heutigen Gemeindegrenzen heranreichte. Auch der Markt Weitensfeld blieb von mehreren Schicksalsschlägen nicht verschont.

So überfielen im Jahre 1476 die Türken über den Zammelsberg kommend den Markt. Eine Schar Türken kam 1478 von Lungau über die Flattnitz, wo sie ein furchtbares Blutbad anrichteten. Nachdem der Versuch, am 4. August des selben Jahres die Kirche in Altenmarkt anzuzünden, gescheitert war, wurde der Markt Weitensfeld in Brand gesteckt. An diese schrecklichen Ereignisse erinnern heute noch die Türkenbrunnen in Weitensfeld und Zweinitz.

Auch die noch zum Teil erhaltenen Wehranlagen der Pfarrkirchen Altenmarkt, Weitensfeld, Zammelsberg und Zweinitz.

Einige der genannten Kirchen sind mit wunderschönen gotischen Fresken aus der Villacher Werkstatt geschmückt.

 

Kranzelreiten
Kranzelreiten
Kranzelreiten
Kranzelreiten

Fürchterlich wütete vor ca. 400 Jahren auch in Weitensfeld der "schwarze Tod" - die Pest. Die Sage erzählt, daß nur drei Bürgersöhne und ein Schloßfräulein vom Schloß Thurnhof in Zweinitz von der Pest verschont worden seien. Das Burgfräulein forderte die drei Jünglinge zu einem Wettlauf auf. Dem Sieger reichte sie die Hand zum Lebensbunde. - An diese Begebenheit erinnert uns heute noch das weit über unsere Grenzen hinaus bekannte Weitensfelder Kranzelreiten, welches jährlich am Pfingstmontag abgehalten wird.

Alle fünfundzwanzig Jahre wird dieser Brauch besonders festlich begangen. Anstelle der steinernen Jungfrau auf dem Marktbrunnen in Weitensfeld nimmt eine echte Maibraut das Kranzl und den Kuß des Siegers in Empfang. Das letzte Jubiläumskranzelreiten wurde im Jahre 1997 durchgeführt. Laut Presseberichten waren ca. 7000 Besucher aus nah und fern gekommen um mit den Weitensfeldern dieses in unserem Land wohl einzigartige festliche Brauchtum zu feiern.

Am 17. April 1814 feierten die Weitensfelder den Einzug der Alliierten in Paris nach dem Siege über Kaiser Napoleon.
Während der Feierlichkeiten brach im Pfandlstadl ein Feuer aus. 82 Gebäude wurden ein Raub der Flammen, drei Menschen kamen ums Leben.
Hochwasserkatastrophen im Oktober 1909 und im September 1919 richteten im Markte Weitensfeld einen ungeheuren Schaden an.

 

Die Gemeinde Weitensfeld wurde am 1.1.1973 mit den Gemeinden Deutsch-Griffen und Glödnitz zur Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz zusammengelegt. Nach 17-jährigem Bestand und den Bestrebungen zur Wiederverselbständigung  wurden die Gemeinden Deutsch Griffen, Glödnitz und Weitensfeld wieder selbständig. Die Marktgemeinde Weitensfeld trägt seit 1.1.1995 den Namen "Weitensfeld im Gurktal". In der Gemeinde leben laut letzter Volkszählung 2.474 Menschen auf eine Fläche von 95,76 km².

 

 

 

Zu den bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten muß noch ein kunstgeschichtliches Juwel, die "Magdalenenscheibe", Österreichs ältestes Glasfenster, erwähnt werden. Dieses Glasgemälde stellt die Hl. Magdalena dar. Es ist um 1170 entstanden und ein Kunstwerk von hohem Rang. 1930 wurde es gestohlen, konnte aber unmittelbar vor der Verschiffung nach Amerika wieder aufgefunden und zurückgebracht werden. Ein rechtsgeschichtliches Denkmal stellt der "Bürgereid von Weitensfeld" dar, den der Marktschreiber Leonhard Zemasch 1765 aufzeichnete. Dieser Eid wäre mit den Jungbürgerfeiern der heutigen Zeit vergleichbar.

 

    

    

   

                   

              

 
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