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24.11.2017 : 23:21

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Pflegende Anghörige - Informationsschreiben

zum Start der Studie "Situation pflegender Angehöriger"

Sehr geehrte Damen und Herren!

Das Sozialministerium beehrt sich, Sie zu der im Betreff genannten Angelegenheit wie folgt zu informieren und darf Sie in selbigen Zusammenhang auch um Ihre geschätzte Unterstützung bitten:

Die Pflege und Betreuung von älteren Menschen ist heute keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern ein zentrales Thema in der österreichischen Sozialpolitik. Nicht zu pflegebedürftige Menschen, sondern gerade auch deren pflege Angehörige benötigten Unterstützung, da sie je nach Gesundheits-, Lebens- oder Familiensituation oftmals große Belastungen auf sich nehmen und einen gesellschaftspolitische äußerst wertvollen Beitrag leisten.

Nachdem sich innerhalb der letzten Jahren keine größere Studie österreichweit mit der Situation pflegender Angehöriger in Österreich beschäftigt hat, wurde seitens des Sozialministerium eine entsprechende Studie nach einem zweistufigen Vergabeverfahren mit vorheriger Bekanntmachung im Oberschwellenbereich nach BVergG 2006 idgF vergeben. Das Institut für Pflegewissenschaft der Universität Wien wurde mit Beteiligung des Instituts für Soziologie der Universität Wien (in weiterer Folge Auftragnehmer genannt) von der Bewertungs- und Vergabekommission als Bestbieterin ermittelt und in Folge mit der Durchführung der Studie beauftragt. Die Studiendauer erstreckt sich von Juni 2017 bis Mai 2018.

Unter pflegenden Angehörigen werden im Rahmen der Studie grundsätzlich sowohl alle volljährigen Familienangehörigen, Bekannte, Freunde, Nachbarn oder andere Personen, die entweder mit der pflegebedürftigen Person im gemeinsamen Haushalt oder außerhalb des gemeinsamen Haushalts oder außerhalb wohnen, als auch jene Person, die Betreuungs- und Hilfsmaßnahmen für stationär betreute pflegebedürftige Personen verstanden und die Betreuung und Pflege informell erbringen.

Die Studie fokussiert darauf eine Größenordnung über die Anzahl und umfassende Beschreibung der Gruppe Angehöriger, die Betreuungs- und Hilfsmaßnahmen für pflegebedürftige Personen im häuslichen Umfeld als auch im stationären Setting übernehmen und im städtischen und ländlichen Bereich leben, zu schaffen. Besonderes Augenmerk wird insbesondere auch auf die Situation, Betreuung und den Umgang mit demenziell beeinträchtigten Personen gelegt.

Neben einer fundierten Zahlbasis soll darüber hinaus ein aktuelles Bild der Lebenssituation und ein tiefgehender Einblick in die Betroffenenperspektive pflegender Angehöriger und ihrer Gestaltung des Alltags und Organisation der Pflege geschaffen werden, um so zu einer Enttabuisierung dieser Personen und Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft beizutragen. Diese Aspekte können mögliche Potenziale für Weiterentwicklungen aufzeigen und Fragen zur Situation der Betreuung demenziell beeinträchtigter Personen auch den Zeilen der Demenzstrategie Rechnung tragen.

Auf Grundlage der Studienergebnisse werden abschließend Notwendigkeiten und Empfehlungen ausarbeiten, die zum einen für die Lebensqualität und das Wohlbefinden pflegender Angehöriger und zum anderen für die Weiterentwicklung des österreichischen Systems aufgrund der vorherrschenden Datenlage für pflegende Angehörige zukünftig notwendig wären.

Zur Adressierung der Studienziele wird zwischen November 2017 und Februar 2017 eine repräsentative quantitative postalische Fragebogenerhebung bei pflegenden Angehörigen von Pflegegeldbezieher/innen in Österreich durchgeführt und ca. 9.000 bis 11.000 Fragebögen österreichweit an Pflegegeldbezieher/innen im häuslichen Setting und in der stationären Langzeitpflege versendet.

Grundlage für die quantitative Erhebung bildet eine repräsentative Zufallsstichprobe der Pflegegeldbezieher/innen (geschichtet nach Pflegestufen) aus der Pflegegeldinformationsdatenbank (PFIF). Der Versand erfolgt durch die Pflegegeldentscheidungsträger auf Basis der vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger übermitteln Sozialversicherungsnummern, wobei unterschieden wird, ob ein Anspruchsübergang gemäß § 13 BPGG erfolgt oder nicht, nachdem für das häusliche Setting und die stationäre Langzeitpflege unterschiedliche Fragebögen versendet werden.

Das Kuvert an die Pflegegeldbezieher/innen enthält neben dem Fragebogen zum einen ein frankiertes Rücksendekuvert und des Weitern ein Informationsschreiben mit der Bitte, den übermittelten Fragebogen an jene Person weiterzugeben, die den größten Teil der Betreuungsaufgabe wahrnimmt. Die übermittelten Fragebögen können von den pflegenden Angehörigen anonym und kostenfrei mit dem beliebigen Rücksendekuvert an den Auftragnehmer zurückgesandt werden. Das Anschreiben wird auch einen Link-Verweis enthalten, der die Möglichkeit bietet, den Fragebogen online auszufüllen. Um allfällige Bedenken hinsichtlich der Folgen der Fragebogenangaben (z.B. Entzug des Pflegegeldes) auszuräumen, wird eine Telefonhotline beim Auftragnehmer eingerichtet.

Die Erhebungsphase erstreckt sich über vier Monate, wobei nach zwei Monaten die Pflegegeldbezieher/innen nochmals mittels Postkarte und der Bitte angeschrieben werden, den Fragebogen an deren pflegenden Angehörigen weiterzugeben, um die Rücklaufquote zu erhöhen.

 

Im Rahmen der Fragebogenerhebung werden neben soziodemographischen und sozioökonomischen Merkmalen pflegender Angehöriger und ihre zu betreuenden Personen u.a. Informationen hinsichtlich Art und Ausmaß der erbrachten Hilfen, persönlichen Beweggründen der Pflegeübernahme, Erfahrungen mit Pflege und der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten und Unterstützungsmaßnahmen sowie Belastungen, aber auch vorhandene und nicht vorhandene Ressourcen pflegender Angehöriger und über die Situation der Betreuung und Herausforderungen bei der Pflege demenziell beeinträchtigter Personen, eingeholt.

Das Sozialministerium ersucht im Interesse pflegender Angehöriger höflich um Verbreitung oben genannter Informationen im Zusammenhang mit der Studie und dem Erhebungsverlauf (im Besonderen hinsichtlich der Fragebogenerhebung im stationären Setting) in Ihren Einrichtungen und Organisationen. Die Ergebnisse sind für die Weiterentwicklung des österreichischen Pflegevorsorgesystems in Bezug auf Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige auf Grundlage der vorherrschenden Datenlage äußerst wichtig.

 
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